Entfernungspauschale: Reparatur- bzw. Unfallkosten abgegolten

Für Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (erster Tätigkeitsstätte) kann grundsätzlich eine Pauschale von 0,30 Euro für jeden vollen Kilometer der Entfernung zwischen beiden Orten als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Die Entfernungspauschale ist regelmäßig auf 4.500 Euro jährlich begrenzt; wird für diese Fahrten ein eigener PKW oder ein Dienstwagen benutzt, darf dieser Höchstbetrag überschritten werden.
Mit der Entfernungspauschale sind grundsätzlich alle Aufwendungen, die dem Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Nutzung des PKW für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle entstehen, abgegolten.
Hierunter fallen z. B. Kosten für Treibstoff, Versicherung, Finanzierung, Parkgebühren sowie Aufwendungen für Reparaturen oder infolge eines Diebstahls. Nur für die Kosten eines Unfalls auf der Fahrt zur Arbeitsstelle ließ die Finanzverwaltung bislang zu, dass entsprechende Aufwendungen zusätzlich neben der Entfernungspauschale als „außergewöhnliche Aufwendungen“ berücksichtigt werden konnten.
Zur Frage der Abgeltungswirkung der Entfernungspauschale hat jetzt der Bundesfinanzhof Stellung genommen. Nach Auffassung des Gerichts ist die Formulierung in § 9 Abs. 2 Satz 1 EStG, die Entfernungspauschale gelte „sämtliche“ Aufwendungen ab, wörtlich zu nehmen; davon seien auch außergewöhnliche Aufwendungen erfasst. Dies entspreche auch der beabsichtigten Steuervereinfachung durch diese Regelung.
Im Streitfall konnten daher Reparaturaufwendungen als Folge einer Falschbetankung (Benzin statt Diesel) auf dem Weg zur Arbeit nicht neben der Entfernungspauschale als Werbungskosten abgezogen werden.
Nach diesem Urteil wären insbesondere auch Aufwendungen für Reparaturen im Zusammenhang mit einem Unfall auf der Fahrt zur Arbeitsstelle mit der Entfernungspauschale abgegolten.